Expertise – BEHANDLUNGSSCHWERPUNKT
Patellofemorales Schmerzsyndrom (Vorderer Knieschmerz)
Videoreihe - Schmerzfrei
Schmerzfreilaufen mit Dr. Matthias Marquardt
Knieschmerzen – Diagnose, Therapie und Übungen.
Inhaltsverzeichnis
Begriffserklärung
Synonyme
Ähnlich lautende Begriffe
Landläufiger Name
Anatomie
KNIEGELENK

Risikofaktoren, Stadien und Diagnostik
Epidemiologie
– Häufig Sportler
– Oft < 40 Jahre
– Frauen häufiger betroffen
Risikofaktoren
– Schwäche der Hüftabduktoren (Absinken des Beckens auf der Gegenseite beim Gehen und Laufen)
– Strukturelle Abnormalitäten des Gleitlagers (mangelnde Kongruenz der Gelenkpartner, Patelladysplasie)
– Schlechte Biomechanik durch eine hochstehende Patella (Patella alta)
– Schlechte Biomechanik durch dezentrierte Patella
– schwache Hüftstrecker (hauptsächlich M. gluteus maximus) (8)
– vermehrte Kniebeugung unter Belastung (sitzende Laufhaltung)
– X-Bein unter Belastung
Beschwerden
Diagnostik und Bildgebung
– Anamnese und klinische Untersuchung entscheidend.
– Auf Bildgebung kann in der Regel primär verzichtet werden.
– Mittels Ultraschall (Sonographie) kann die Sehnenstruktur der Patellasehne beurteilt und eine Tendinose (siehe Patellasehnentendinopathie) ausgeschlossen werden.
– Röntgenbilder zeigen die knöcherne Form der Patella und damit eventuelle knöcherne Auslöser für Reizzustände. Außerdem können andere Ursachen für die Schmerzen, etwa Arthrose-Zeichen entdeckt werden.
– Mit der MRT-Untersuchung lassen sich leichte Knorpelschäden und Reizzustände gut dargestellen. Problematisch ist hierbei mitunter eine Überinterpretation der Ergebnisse, da auch beschwerdefreie Sportler häufog solche leichten Veränderungen aufweisen
Therapieformen des Patellofemoralen Schmerzsyndroms
Therapie
- Multimodale Physiotherapie nach Bewegungsanalyse
- Optimierung der Schuh- und Einlagenversorgung
- Individualisiertes Lauftechniktraining nach Analyse
- Gewichtsreduktion
- Beginn so früh wie möglich
- Gezieltes Training der hinteren Oberschenkel und Gesäßmuskulatur (2)
- Koordinationstraining für den Oberschenkelstrecker
- Dehnung der vorderen Oberschenkelmuskulatur
- Mobilisationstechniken
- Medialisierendes Taping der Kniescheibe (medialisierend = nach innen)
- Training der Bewegungskoordination und Propriozeption (Tiefenwahrnehmung)
Für einen langfristigen Therapieerfolg ist die Entwicklung eines Eigenübungs-Programmes, das täglich vom Patienten selbstständig durchgeführt wird, unumgänglich. Dieses sollte kräftigende Elemente, Propriozeptionstraining und Dehnung sowie ggf. Blackroll-Training enthalten.
Entscheidens ist die Untersuchung der Geh- und Laufbewegung in einer Bewegungsanalyse. Kommt es beim Laufen zu einer vermehrten Kniebeugung („sitzende Laufhaltung”) und/oder einem X-Bein, das im Stehen nicht vorhanden sein muss, so wird die Kniescheibe fehlbelastet und verursacht Schmerzen. Über das richtige Training, Technikübungen und die Anpassung der Schuh- und Einlagenversorgung lassen sich solche Probleme in der Regel gut therapieren.
In therapieresistenten Fällen kann versucht werden, unterstützend mit Akupunktur oder alternativen Verfahren wie Iontophorese (Transport von Wirkstoffen mittels Strom unter die Haut) oder Kryotherapie (Kältetherapie) eine verbesserte Schmerzlinderung zu erreichen.
Prognose
Tipp von Dr. Marquardt

Schon gewusst?
Übungsprogramm
Übung 1
Flossing Knie



Wiederholungsanzahl:
3 x 15
Übung 2
Beinachsenstabilität mit Wobblesmart







Wiederholungszahl:
3–5 x 2–3 Min./Seite
Pistols
Stellen Sie sich einbeinig auf den Wobblesmart. Bauen Sie Körperspannung auf und heben ein Bein gestreckt nach vorne. Führen Sie nun eine einbeinige Kniebeuge durch. Das gestreckte Bein bleibt hierbei stets gestreckt und der Therapiekreisel im Gleichgewicht.
Wiederholungsanzahl:
3 x 10–15
Übung 3
Kräftigung der Ischiocruralen Muskulatur & Gesäß



Wiederholungsanzahl:
3 x 10–15/Seite
Kräftigung der Streckerkette
Gehen Sie in den Vierfüßerstand und führen das Deuserband um beide Hände. Setzen Sie Ihren Fuß in das Band. Spannen Sie die Bauchmuskulatur zur Fixierung Ihres Rumpfes an. Strecken Sie das am Band befestigte Bein maximal nach hinten (Streckung in Hüfte, Knie, Sprunggelenk!). Die Hüfte bleibt dabei bodenparallel. Es besteht eine Linie von Kopf bis Fuß. Führen Sie das Bein dann wieder langsam zurück, setzten Sie es aber nicht auf dem Boden ab.
Wiederholungszahl:
3 x 15-20 je Seite
Übung 4
Bulgarian split squats







Bulgarian split squats
Positionieren Sie das hintere Bein erhöht a) auf einer Kiste, b) auf einer Treppe, c) im TRX oder d) auf einer Schaukel. Das vordere Bein positionieren Sie weit vor der Erhöhung. Spannen Sie die Bauchmuskulatur an. Führen Sie nun eine Kniebeuge durch. Achten Sie dabei darauf, das Gesäß deutlich nach hinten unten zu schieben. Die Fußzehen sind durchgehend vor der Kniespitze zu sehen. Richten Sie sich dann wieder auf.
Der Fokus der Bewegung liegt auf dem hinteren Bein. Dieses bildet zusammen mit dem Rumpf eine Linie und wird senkrecht nach unten geführt.
Wiederholungsanzahl:
3 x 10–15/Seite
Übung 5
Dehnung M. quadrizeps & M. iliopsoas





M. quadriceps
Die Durchführung der Stretchingübung in Seitlage ist nur dann gesundheitsverträglich möglich, wenn das Becken als Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Dehnen einwandfrei verriegelt wird. Dies erreichen Sie, indem Sie auf der Seite liegend das untere Bein um 90° in der Hüfte anwinkeln und dann Ihre Bauchmuskulatur
anspannen. Sie bilden ein Widerlager, gegen das Sie Ihren Unterschenkel im Kniegelenk anbeugen können.
M. iliopsoas
Machen Sie einen langen Ausfallschritt. Der Unterschenkel des hinteren Beins wird mit dem Knie auf dem Boden abgelegt (ggf.weiches Polster unter das Knie legen). Das vordere Bein bleibt aufgestellt und der Unterschenkel wird so weit vorgestellt, dass der Kniewinkel 90 Grad beträgt. Der Oberkörper wird aufgerichtet und die Hüfte des hinteren Beines wird nach vorn-unten gedrückt. Hierdurch spüren Sie die Spannung in der Leiste.
Wiederholungsanzahl:
3 x 30–60 Sek. halten/Seite & Übung
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QUELLEN
(1) Niethard FU, Pfeil J, Biberthaler P. Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie: Georg Thieme Verlag; 2017.
(2) Crossley KM, Callaghan MJ, van Linschoten R. Patellofemoral pain. Bmj. 2015;351:h3939.
(3) Boling M, Padua D, Marshall S, Guskiewicz K, Pyne S, Beutler A. Gender differences in the incidence and prevalence of patellofemoral pain syndrome. Scand J Med Sci Sports. 2010;20(5):725-30.
(4) Kannus P, Aho H, Jarvinen M, Niittymaki S. Computerized recording of visits to an outpatient sports clinic. Am J Sports Med. 1987;15(1):79-85.
(5) Taunton JE, Ryan MB, Clement DB, McKenzie DC, Lloyd-Smith DR, Zumbo BD. A retrospective case-control analysis of 2002 running injuries. Br J Sports Med. 2002;36(2):95-101.
(6) McKenzie K, Galea V, Wessel J, Pierrynowski M. Lower extremity kinematics of females with patellofemoral pain syndrome while stair stepping. J Orthop Sports Phys Ther. 2010;40(10):625-32.
(7) Noehren B, Sanchez Z, Cunningham T, McKeon PO. The effect of pain on hip and knee kinematics during running in females with chronic patellofemoral pain. Gait Posture. 2012;36(3):596-9.
(8) Witvrouw E, Callaghan MJ, Stefanik JJ, Noehren B, Bazett-Jones DM, Willson JD, et al. Patellofemoral pain: consensus statement from the 3rd International Patellofemoral Pain Research Retreat held in Vancouver, September 2013. Br J Sports Med. 2014;48(6):411-4.
(9) van Linschoten R, van Middelkoop M, Berger MY, Heintjes EM, Verhaar JA, Willemsen SP, et al. Supervised exercise therapy versus usual care for patellofemoral pain syndrome: an open label randomised controlled trial. Bmj. 2009;339:b4074.














