Das Bild zeigt die Goldfarbene Fokus Auszeichnung im Bereich Gesundheit zu den Top Medizinern 2025. Darunter steht der Name Dr. Matthias Marquardt, Sportmedizin und dann Focus-Gesundheit.de. Es zeigt den Erfolg der Praxis Sport+Checkup-Team-Dr-Marquardt.
Siegel Auszeichnung Stern, Sportarzt, 2026
Auf dem Bild ist eine Nahaufnahme einer geöffneten Medikamentenflasche mit schwarzen Tabletten und einer Ampulle zu sehen. Es steht als Symbolbild für Eisenpräparate, Mikronährstoffinfusionen und medizinischen Therapien bei Mangelerscheinungen.

Tablette oder Infusion?

BEI EISENMANGEL

Eiseninfusionen können einen Eisenmangel schneller und effektiver ausgleichen als Eisentabletten.

Im ärztlichen Alltag einer internistisch sportmedizinischen Praxis steht man oft vor der Situation, dass Patienten Eisentabletten nicht gut vertragen, dass Sie als Sportler höhere Ferritinzielwerte erreichen möchten als die Tablette dies ermöglicht, oder dass die Tablettengabe früher so ineffektiv war, das Ihnen schlichtweg die Zeit für eine mehrmonatige Therapie fehlt.Die Therapie eines Eisenmangels muss sich daher an verschiedenen Gegebenheiten orientieren. Je nachdem wie hoch das Eisendefizit ist und wie schnell ein Mangel ausgeglichen werden muss, ist die intravenöse Gabe (schnell und hohe Mengen möglich) oder die Gabe als Tablette (langsam und eher für kleine Eisendefizite geeignet) vorzuziehen. Eine Anpassung der Diät hilft neuerlichem Eisenmangel vorzubeugen, ist aber schwer für die Therapie eines manifesten Mangels einsetzbar.

Das Bild zeigt einen Liniengraph der den Anteil der Patienten:innen vergleicht, deren Hömoglobinwert innerhalb von 24 Tagen um mindestens 2 g/dl steigt. Eisen (III) carboxymaltose zeigt eine schnellere und stärkere Wirkung als Eisensulfat. Die Schlüsselbegriffe der Praxis Sport+Checkup-Team-Dr-Marquardt sind hier: Eisenmangel, Therapieerfolg, Hb-Werte, Infusion und Laborparameter.

Quelle: Van Wyck et al. Transfusion 2009

Auf Bild ist ein Diagramm, welches zeigt, wie die Wahl der Eisenbehandlung vom Eisenbedarf und der zur Verfügung stehenden Zeit abhängt. Auf der y-Achse steht der Eisenbedarf und auf der x-Ache die Zeit. Bei hohem Bedarf und wenig Zeit ist intravenöses Eisen empfohlen, bei moderatem Bedarf orales Eisen und bei niedrigem Bedarf eine eisenreiche Ernährung. Die Schlüsselbegriffe der Praxis Sport+Checkup-Team-Dr-Marquardt sind hier: Eisenmangel, Therapie, Eiseninfusion, orales Eisen, Ernährung und medizinische Infografik.

Quelle: Van Wyck et al. Transfusion 2009

Eiseninfusion

+   schnell. Mit 1–3 Infusionen/Woche sind auch schwere Mangelzustände binnen weniger Wochen komplett auszugleichen.

+   einfach zu dosieren bei latentem Mangel. Im Verlauf sind nur die erneuten Verluste kontrollbedürftig.

+   Anheben auch auf hochnormale Werte möglich

  • sehr seltene Möglichkeit gravierender Arzneimittelnebenwirkungen (anaphylaktischer Schock)
  • Auftreten von Nebenwirkungen (Übelkeit, Juckreiz und weitere) nach der Infusion
Vorteile auf einen Blick:

Eisentabletten

  • Mindestens 3, oft eher 6-monatige Tabletteneinnahmen
  • unklare Dosis. Kontrolle 2 Wochen nach Tabletteneinnahme erforderlich
  •  hochnormale Werte nicht immer zu erreichen

+  kaum gravierende Nebenwirkungen beschrieben

  • Auftreten von Nebenwirkungen im Magendarmtrakt (Übelkeit, Verstopfung, schwarzer Stuhl) über den gesamten Einnahmezeitraum.

 

Vorteile auf einen Blick:
Infusionen wirken schneller!

Dass eine intravenöse Eisentherapie effektiver ist und den Hämoglobinwert des Blutes schneller steigern kann als Tabletten, war auch das Ergebnis einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt. (1) Die Datenanalyse zeigte, dass Eiseninfusionen zusammen mit blutbildungsstimulierenden Substanzen viele Bluttransfusionen unnötig machen können. Die Arbeit weist außerdem darauf hin, dass Eisentabletten aufgrund der schlechten Aufnahme im Magen-Darm-Trakt bei der Eisenmangelanämie nur eine geringe Wirkung zeigen. Insbesondere auch dann, wenn weitere Erkrankungen wie Rheuma oder Darmerkrankungen vorliegen.

 

Eine Eiseninfusion optimiert die Aufnahme und geht bei modernen Präparaten nur noch sehr selten mit allergischen Reaktionen einher, schreibt der Studienautor Edward Litton vom Royal Perth Hospital in der Meta-Analyse, die insgesamt 75 Studien zusammengefasste.

 

Man darf wohl sagen, dass in den vergangenen zehn Jahren eine vollständige Neubewertung des Risikos von Eiseninfusionen stattgefunden hat. Hieß es vor 10 Jahren noch, dass Eiseninfusionen mit Eisen(III)-Verbindungen aufgrund des Risikos von Nebenwirkungen selten angebracht seien, ist der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA 2013 zu der Einschätzung gelangt, dass der Nutzen der Eiseninfusion die Risiken übersteige. Selbstverständlich müssen bei der Anwendung von Eiseninfusionen Sicherheitsaspekte eingehalten werden. (2)

Entgegen der anderslautenden internationalen Einschätzungen empfielt die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (3) bei Eisenmangelsymptomen soweit medizinisch möglich und vertretbar zunächst eine Substitution mit Eisentabletten. Sollte hiermit ein Auffüllen der Eisenspeicher nicht möglich sein, könnte nach Abwägen von Chancen, Risiken und Nebenwirkungen die Substitution per Infusion erfolgen.

QUELLEN

(1) Britisches Ärzteblatt (BMJ 2013; 347: f4822)

(2) CHMP. New recommendations to manage risk of allergic reactions with intravenous iron-containing medicines; www.ema.europa.eu, News vom 28.6.2013

(3) AWMF-S1-Leitlinie zur Therapie von Eisenmangel