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Achillobursitits, Midportion-Tendinopathie, Insertions-Tendinopathie (auch Enthesioptahie genannt), Achillessehnentendinose (Degeneration der Achillessehne, kann mit o.g. Krankheiten einhergehen)
Auch dieses Krankheitsbild wird häufig undifferenziert als Achillessehnenentzündung bezeichnet. Die Entzündung betrifft hier aber nicht die Achillessehne selbst, sondern lediglich das umgebende Gleitgewebe, also die Gewebsschicht, die die Achillessehne ummantelt.
Einige Sehnen besitzen sogenannte Sehnenscheiden: doppelwandige Hüllen, die mit Synovia (Gelenkflüssigkeit) gefüllt sind und die Sehne umgeben. Sie sorgen für Schutz und Gleitfähigkeit an solchen Sehnen, die über mehrere Gelenke ziehen und eine hohe Gleitfähigkeit benötigen (z.B. Strecksehnen der Hand).
Sehnen, die keine Sehnenscheide besitzen, zu welchen die Achillessehne gehört, sind nur vom sogenannten Paratenon (Peritendineum, Sehnenhaut) ummantelt: Zwischen dieser derben Bindegewebsschicht und der äußersten Sehnenschicht (Epitendineum) befindet sich eine kleine Flüssigkeitsschicht, die ebenfalls die Gleitfähigkeit verbessert und die mechanische Belastung reduziert. Das Paratenon ist als Fortsetzung der Muskelfaszien zu betrachten und geht außerdem in das Periost (Knochenhaut) über. (2, 3)
In dieser Sehnenhaut verlaufen außerdem wichtige Blutgefäße, die die Achillessehne mit Nährstoffen versorgen. (4) Zusätzlich sind dort freie Nervenendigungen zu finden – eine Erklärung für das Hauptsymptom der Paratendinopathie, den Schmerz. (5)
Das Sehnengleitgewebe lässt die Achillessehne reibungsarm zum Umgebungsgewebe gleiten.

66% aller Athleten mit Achilessehnen-erkrankungen leiden an einer Paratendino- pathie.
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In einigen Publikationen ist die Paratenondinopathie vor allem bei Wettkampfsportlern als häufigste Erkrankung der Achillessehne beschrieben: Zwei Drittel aller Athleten mit Achillessehnenerkrankungen, leiden an einer Paratendinopathie. (6)
Andere Veröffentlichungen nennen die Midportion-Tendinopathie als häufigste Erkrankung. Insgesamt wird besonders in der Literatur die Paratendinopathie unzureichend von der Midportion-Tendinopathie abgegrenzt. Im Verlauf wurde die Begriffsbildung erst seit einigen Jahren klarer strukturiert. (7) So ist man lange von ein und demselben Krankheitsbild ausgegangen.
Viele Autoren gehen davon aus, dass die Paratendinopathie eine Art Vorbote der Midportion-Tendinopathie ist (8). Daher prädisponieren selbstverständlich alle Risikofaktoren einer Midportion–Tendinopathie auch eine Paratendinopathie.
– Rötung und Schwellung (im Bereich der Midportion)
– Lokaler Druckschmerz und Schmerzen bei Belastun
– Krepitationen (akute Form)
– Knötchenbildung (chronische Form)
Die (selten alleine auftretende) Entzündung des Gleitgewebes (Paratendinopathie) ist hauptsächlich im mittleren Abschnitt der Achillessehne lokalisiert (Midportion-Bereich). Bei akuter Verlaufsform zeigen sich lokale Schwellung und Rötung sowie ein ausgeprägter Druckschmerz und Krepitationen. Lokale Kühlung und Ruhigstellung verschaffen Linderung. Später, im chronifizierten Stadium, können Verklebungen und oberflächliche Knötchenbildung im Vordergrund stehen. Am typischsten ist allerdings der Schmerz, welcher während der Belastung, also während des Trainings oder während des Wettkampfes auftritt.
Man unterscheidet die akute von der chronischen Verlaufsform. Die akute Verlaufsform wird auch Paratenonitis crepitans genannt. Es zeigt sich eine vermehrte Durchblutung des Paratenons sowie ödematöse Veränderungen (Schwellung durch Flüssigkeitseinlagerung). Außerdem können mikroskopisch eingewanderte Entzündungszellen nachgewiesen werden. Bei der klinischen Untersuchung können durch Tasten außerdem Krepitationen (knirschendes Geräusch) festgestellt werden.
Ödem oder Krepitation werden bei der chronischen Paratendinopathie selten beobachtet. Es zeigt sich eine Verdickung des Sehnengleitgewebes sowie Verklebungen zwischen Epitenon (Sehnenhaut) und Paratenon. (9)

Die Diagnostik der Paratendinopathie besteht aus präziser Anamnese, klinischer Untersuchung, Ultraschall und ggf. MRT. Diese Schritte liefern die nötigen Informationen zur Diagnose und Therapieplanung:
Bei genauerer Untersuchung des Gewebes unter dem Mirkoskop zeigen sich vermehrt Zellen, die neues Bindegewebe bilden (Myofibroblasten), außerdem zeigt sich ein verdicktes Sehnengleitgewebe mit zunehmenden Verklebungen (Adhäsionen) der Sehne mit dem Sehnengleitgewebe. Dieses kann dann seinen Zweck einer schützenden Gleitschicht nicht mehr ausreichend erfüllen.
Die Ansicht einiger Forscher, die Paratendinopathie als Vorstufe der Midportion-Tendinopathie zu sehen, lässt sich anhand dieser Erkenntnissen nachvollziehen. In jedem Falle erscheint eine sofortige Behandllung mit der nötigen Konsequenz unerlässlich, um die mögliche Affektion der bisher intakten Sehne zu verhindern.
ÜBRIGENS: Die Ultraschalluntersuchung ist sehr abhängig von der Expertise des Untersuchers, denn Stör-Artefakte können Veränderungen maskieren oder aber vortäuschen. Es sollte also unbedingt die nötige Erfahrung mit der Diagnostik von Sehnenpathologien mitgebracht werden, da sonst falsche Schlüsse gezogen und folglich falsche Diagnosen gestellt werden können.
3 Fakten zur Paratendinopathie der Achillessehne
VORSICHT: Zögern Sie mit dem Arztbesuch nicht zu lange, es besteht eine Chronifizierungsgefahr!
Entzündliche Veränderungen (Endung auf -itis) profitieren zumeist von Ruhigstellung sowie entzündungshemmenden sogenannten Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Iburprofen oder Diclofenac. Außerdem sollte eine Entlastung des betroffenen Bereiches erfolgen. Teilweise wird initial auch mit ruhigstellenden Orthesen oder Fersenkeilen gearbeitet, um den mechanischen Reiz so gering wie möglich zu halten. Besonders die oberflächliche Form profitiert oft allein von der Adaptation des Schuhwerkes. (10)
Im Gegensatz zu bereits beschriebenen Tendinopathien sollte bei bestehender Paratenonitis das Exzentriktraining nicht die primäre Therapie darstellen. Im Gegenteil: Es führt häufig sogar zur Zunahme des Schmerzes und sollte erst im Verlauf in die Therapie-Strategie miteinbezogen werden. (11)
Operative Therapie
Die operative Therapie sollte den Fällen vorbehalten sein, die nicht ausreichend auf konservative Maßnahmen ansprechen. Bei der Paratendinopathie sind das ca. 30 % der Patienten. (9) Das Prinzip der operativen Therapie ist bei der chronischen Paratenonitis, Verklebungen und Verwachsungen des Gleitgewebes mit der Sehnenoberfläche zu lösen.
Und jetzt wieder Text mit Hervorhebungen.

Zitat bzw. Tipp vom RunningDoc! Liegt auch als globales Widget vor.
Und jetzt wieder Text mit Hervorhebungen.
Das klingt schon wie eine rhetorische Frage… Wenn Sie so fragen: Natürlich nicht. Der wichtigste Therapie-Ansatz bei Achillodynie (schmerzhafte Achillessehne) ist das sogenannte Exzentrische Krafttraining der Wadenmuskulatur. Kombiniert mit Dehnung, Blackrolltraining und intelligenten Trainingspausen (s. auch Trainingsprogramm in der Laufbibel) können Sie neu aufgetretene Beschwerden oft selbst in den Griff bekommen.
Es wird nicht besser? Dann bitte schnell zum Arzt, um eine Chronifizierung zu verhindern. Denn: Frühe Stadien sind noch reversibel! Es gilt nun, der Ursache auf den Grund zu gehen und eventuelle Risikofaktoren und Ursachen zu identifizieren:
VORSICHT: Zögern Sie mit dem Arztbesuch nicht zu lange, es besteht eine Chronifizierungsgefahr!




Flossing
Wickeln Sie ihre Wade beginnend vom Mittelfuß her und fangen immer herzfern an. Sie geben den Zug einseitig auf die Fußsohle, halten den Zug und lassen den Zug locker um den Fuß weiter auslaufen. Decken Sie die komplette Haut ab. Die letzte Umwicklung führen Sie locker durch und stecken das Band fest unter die letzte Lage. Gehen Sie zuerst ein paar Meter, um auszuschließen, dass Sie kein Gefäß abgeschnürt haben und Ihre Zehen blau anlaufen. Führen Sie nun einbeiniges Wadenheben durch. Wickeln Sie das Band zügig ab und stellen sich hin, damit das Blut – wie ein Wasserfall – in den Fuß zurückfließen kann.
Sofern Sie Sie es tolerieren, können Sie statt des ebenerdigen Wadenhebens das Exzentriktraining durchführen.
Pausendauer zwischen den Durchgängen:
Aufwickeln des Bandes
Wiederholungsanzahl:
3 x 15
*EXZENTRIKTRAINING
Stellen Sie sich einbeinig auf eine Treppenstufe oder auf ein Declineboard, die Ferse ist jeweils frei. Das jeweils andere Bein hängt frei an der Seite herunter oder wird an der zu trainierenden Wade abgelegt. Senken Sie die Ferse so tief wie möglich ab, sodass Spannung in der Wade entsteht. Drücken Sie sich in den Zehenstand und senken Sie den Fuß anschließend bewusst sehr langsam (8 Sek.), erneut bis zur Dehnung der Wadenmuskulatur und drücken Sie sich anschließend wieder nach oben in den Zehenstand. Halten Sie sich währenddessen am Geländer/einer Wand oder Tür fest.
Führen Sie die Übung anschließend auf der anderen Seite durch.
Wiederholungsanzahl:
3 x 15 je Seite

Stellen Sie sich einbeinig auf eine Treppenstufe, die Ferse schaut hinten über. Das jeweils andere Bein hängt frei an der Seite herunter oder wird an der zu trainierenden Wade abgelegt. Senken Sie die Ferse so tief wie möglich ab, sodass Spannung in der Wade entsteht. Drücken Sie sich in den Zehenstand und senken Sie den Fuß anschließend bewusst sehr langsam, erneut bis zur Dehnung der Wadenmuskulatur und drücken Sie sich anschließend wieder nach oben in den Zehenstand. Halten Sie sich währenddessen am Geländer fest.
Führen Sie die Übung anschließend auf der anderen Seite durch.
Wiederholungszahl: 6 x 15 je Seite (täglich) für 12 Wochen


Zur Dehnung der oberen Wadenmuskulatur stellen Sie sich mit einem Ausfallschritt an eine Wand. Das hintere Bein wird gestreckt. Das Gewicht verlagern Sie auf das vordere Bein. Der Fuß wird mit der Ferse auf den Boden gedrückt und zeigt gerade nach vorn, er wird nicht nach außen rotiert. Mit den Armen stützen Sie sich an der Wand ab und schieben die Hüfte nach vorn. Sie spüren die Dehnung in der oberen Wadenpartie.
Zur Dehnung der unteren Wadenmuskulatur stellen Sie sich mit einem kürzeren Ausfallschritt an eine Wand. Das hintere Bein wird gebeugt. Das Gewicht verlagern Sie darauf. Der Fuß wird mit der Ferse auf den Boden gedrückt und zeigt gerade nach vorn, er wird nicht nach außen rotiert. Mit den Armen stützen Sie sich an der Wand ab und schieben das Knie des zu dehnenend Beines nach vorne unten. Achten Sie darauf, dass die Ferse während der gesamten Dehnung auf dem Boden bleibt. Sie spüren die Dehnung in der unteren Wadenpartie.
Wiederholungsanzahl:
3 x 30–60 Sek. halten


Setzen Sie sich mit ausgestreckten Beinen auf den Boden und kreuzen Sie ein Bein über das andere. Platzieren Sie die Blackroll unter der Wade des unteren Beins. Stützen Sie sich mit Ihren Armen ab. Rollen Sie nun Ihre Wade von der Kniekehle bis zur Achillessehne. Achten Sie darauf, dass die Füße locker hängen gelassen werden!
Wiederholungsanzahl:
10 x vor- und zurückrollen
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QUELLEN
(1) Becher C, Camathias C, Cook J, Doral MN, Eder K, Engelhardt M, et al. Die Sehne: Leitfaden zur Behandlung von Sehnenpathologien: Walter de Gruyter GmbH & Co KG; 2017.
(2) Doral MN, Alam M, Bozkurt M, Turhan E, Atay OA, Donmez G, et al. Functional anatomy of the Achilles tendon. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2010;18(5):638-43.
(3) O’Brien M. The anatomy of the Achilles tendon. Foot Ankle Clin. 2005;10(2):225-38.
(4) Del Buono A, Chan O, Maffulli N. Achilles tendon: functional anatomy and novel emerging models of imaging classification. Int Orthop. 2013;37(4):715-21.
(5) Alfredson H, Ohberg L, Forsgren S. Is vasculo-neural ingrowth the cause of pain in chronic Achilles tendinosis? An investigation using ultrasonography and colour Doppler, immunohistochemistry, and diagnostic injections. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2003;11(5):334-8.
(6) Kvist M. Achilles tendon injuries in athletes. (0355-9521 (Print)).
(7) van Dijk CN, van Sterkenburg MN, Wiegerinck JI, Karlsson J, Maffulli N. Terminology for Achilles tendon related disorders. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2011;19(5):835-41.
(8) Binfield PM, Maffulli N. Surgical management of common tendinopathies of the lower limb. Sports Exercise and Injury. 1997;3(3):116-22.
(9) Paavola M, Järvinen TAH. Paratendinopathy. Foot Ankle Clin. 2005;10(2):279-92.
(10) Harrasser N, Eisenhart-Rothe R, Biberthaler P. Facharztwissen Orthopädie Unfallchirurgie: Springer-Verlag; 2016.
(11) Fahlstrom M, Jonsson P, Lorentzon R, Alfredson H. Chronic Achilles tendon pain treated with eccentric calf-muscle training. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2003;11(5):327-33.
(12) Turmo-Garuz A, Rodas G, Balius R, Til L, Miguel-Perez M, Pedret C, et al. Can local corticosteroid injection in the retrocalcaneal bursa lead to rupture of the Achilles tendon and the medial head of the gastrocnemius muscle? Musculoskelet Surg. 2014;98(2):121-6.
(13) Vallone G, Vittorio T. Complete Achilles tendon rupture after local infiltration of corticosteroids in the treatment of deep retrocalcaneal bursitis. J Ultrasound. 2014;17(2):165-7.
(14) Lipscomb PR. Nonsuppurative tenosynovitis and paratendinitis. Instructional Course Lectures, The American Academy of Orthopaedic Surgeons. 1950;7:254-61.