100 Fragen zum Thema Eisenmangel und Eiseninfusion
1. Hat Spinat wirklich viel Eisen?
Eisen enthält etwa 3 mg Eisen/100g. Das ist ordentlich, aber keine „Eisenbombe“. Zum Vergleich: Haferflocken haben 5 mg Eisen/100g. Der Mythos vom eisenreichen Spinat entstand durch die Veröffentlichung des Eisengehaltes von getrocknetem Spinat, der wie bei einem Konzentrat sehr hoch liegt. Spinat besteht aber zu 90 % aus Wasser, und so bewegt sich der Eisengehalt des verzehrten Gemüses auf dem Niveau von Salat, Mangold oder Kohl.
2. Wieviel Eiseninfusionen brauche ich, um einen Eisenmangel auszugleichen?
3. Sind Eiseninfusionen gefährlich?
Moderne Eisenpräparate der 2. und 3. Generation führen in weniger als 0,02 % der Fälle zu allergischen Reaktionen. Diese Präparate sind somit sehr sicher. Natürlich setzt der Einsatz immer die Indikationsstellung und Überwachung durch einen erfahrenen Arzt voraus. Die Sorge vor Infusionen rührt noch von den Eisenpräparaten der 1. Generation her. Vor allem sogenannte Eisen-Dextran-Verbindungen führten 3 bis 4 Mal häufiger zu solchen allergischen Reaktionen.
4. Wieviel Eiseninfusionen darf ich pro Woche erhalten?
5. Kann man auch die komplette Eisenmenge in nur einer Infusion erhalten?
Man kann auch die komplette Eisenmenge in nur einer Infusion erhalten, wenn die erforderliche Dosis < 1000 mg liegt. Da bei dieser hohen Dosis Eisencarboxymaltose die Rate der Nebenwirkungen (Hypophosphatämien) höher ist, sollte eine genaue Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen. Wir verabreichen regelhaft maximal 500 mg/Infusion.
6. Sind Eiseninfusionen besser verträglich, wenn man Sie höher verdünnt?
Vorsicht! Eisen verliert seine Komplexstabilität durch eine zu hohe Verdünnung. Das Eisen in zu viel Kochsalzlösung zu verdünnen ist ein gefährlicher Kunstfehler! Eisen kann tatsächlich auch unverdünnt gespritzt werden, wobei hier je nach Dosis Mindestzeiten für die Injektion eingehalten werden müssen, was schwer steuerbar ist. Fachleute wählen eine gut steuerbare Infusionsmange als Infusion, die dann mit der vorgeschriebenen Mindestinfusionsdauer verabreicht wird. Je nach Dosis und Präparat werden 10-30 Minuten Infusionszeit vorgesehen.
7. Gibt es wirklich Hautverfärbungen nach Eiseninfusionen?
Bei richtiger Anwendung, also korrekter intravenöser Gabe, kommt es zu keiner Hautverfärbung. Laufen Teile der Eiseninfusion neben die Vene kann es zu Hautreizungen und möglicherweise langanhaltenden braunen Verfärbungen an der Verabreichungsstelle führen. Die sachkundige Anlage des intravenösen Zuganges ist deshalb extrem wichtig. Sollte es zu einer solchen Komplikation kommen, könnte ein Hautarzt die Verfärbung mit 20 %igem Thioglykolsäure-Gel behandeln.
8. Darf man Eiseninfusionen bekommen, wenn man erkältet ist?
Nein, für eine Eiseninfusion muss man gesund sein. Der Körper senkt im Falle von Infekten die Eisenspiegel im Blut, weil diese für Bakterienwachstum wichtig sind und prooxidativ wirken. Es ist deshalb nicht sinnvoll in solchen Phasen Eisen von extern zuzuführen. Bei einem Infekt sollte man die Infusion einfach verschieben.
9. Warum soll man das CRP zum Ferritin dazu messen?
Zum Ferritin wird stets das CRP mitbestimmt. Das Ferritin zeigt nämlich nicht nur den Füllstand der Eisenspeicher an, sondern ist auch ein Akute Phase Protein. Bei jeder Immunaktivierung steigt also das Ferritin unabhängig vom Füllungsstand der Eisenspeicher. Man kann also bei einem Immunaktivierung hohe Ferritinwerte messen, obwohl man Eisenmangel hat. Dies erkennt man mit am erhöhten CRP. Nice to know: Man kann den Ferritinwert nie zu tief messen. Ist er niedrig, ist er tatsächlich niedrig. Ist er hingegen hoch, kann dies unterschiedliche Gründe haben.
10. Kann man Eisenwerte zu niedrig messen?
Man kann den Ferritinwert, also das Speichereisen, tatsächlich nie zu tief messen. Ist der Wert niedrig, ist er tatsächlich niedrig und Sie haben einen Eisenmangel. Ist er hingegen normal oder hoch, kann dies auch an einem Infekt und einem falsch zu hoch gemessenen Wert liegen.
11. Kann man von Eiseninfusionen einen allergischen Schock kriegen?
Die Wahrscheinlichkeit für ernsthafte allergische Reaktionen bei der Verabreichung von 1000 mg Eisensucrose (also 5 Infusionen) liegt bei 0,02 %. Also bei 0,2 Promille. Für Eisencarboxymaltose wird ein Wert von < 1:1000 angegeben.
12. Kann man Eisen überdosieren?
Ja, kann man. Eine massive Überladung kann beispielsweise mit Eisentabletten bei Kindern erfolgen, was einen medizinischen Notfall darstellt. Bei Erwachsenen kennt man die negativen Auswirkungen von Eisenüberladungen durch das Krankheitsbild Hämochromatose, bei dem genetisch bedingt, zu viel Eisen gespeichert wird. Hier steigt das Ferritin > 500, unter Umständen > 1000 mg/dl an, was Herz, Leber und weitere Organe schädigt. Stark erhöhte Ferritinwerte sind deshalb grundsätzlich nicht erstrebenswert. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass Eiseninfusionen auch bei Eisenmangel die Ferritin-Bildung anregen und so nach einer Infusion – unbedenkliche, kurzfristige – Ferritinanstiege von >500 µg/l auftreten. Diese Werte normalisieren sich binnen weniger Wochen. Sinnvolle Kontrollen der Ferritinwerte nach Infusionen führt man deshalb nach 2-3 Monaten durch.
13. Es gibt eine Nachwartezeit von 30 Min. Kann mir auch danach noch etwas passieren?
Allergische Reaktionen vom Sofort-Typ treten in der Regel in den ersten 15 Minuten nach Allergenkontakt auf. Sie sind bei Eiseninfusionen sehr selten (<1 Promille). Typische Symptome sind starker Juckreiz, Hautausschläge, Schwellungen der Lippen, der Zunge oder des Rachens mit Atemnot und Herzrasen. Mit der vorgeschriebenen Wartezeit von 30 Minuten nach einer Eiseninfusion ist man bei diesem Allergietyp also auf der sicheren Seite. Allergische Reaktionen vom Spättyp treten unter Umständen nach Tagen auf. Eiseninfusionen können diesbzgl. Symptome wie Juckreiz und Hautausschlag auslösen. Die Reaktionen sind allerdings sehr selten und meist nicht gefährlich.
14. Kann ich nach einer Eiseninfusion mit dem Auto nach Hause fahren?
Ja, völlig problemlos. Eine Eiseninfusion beeinträchtigt die Fahrtauglichkeit nicht.
15. Was wirkt besser: Eisen-Tabletten, oder Eisen-Infusionen?
Bei Eisentabletten muss das Eisen über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden. Dies ist ein biochemisch komplex regulierter Vorgang über verschiedene Transportproteine. Diverse Faktoren beeinflussen daher die Eisenaufnahme:
- Der Entzündungsstoffwechsel (Hepcidin bremst die Eisenaufnahme)
- Die Ladung des Eisens (2- oder 3-wertig)
- Andere Nahrungsmittel (Phytate und Tannine hemmen die Eisenaufnahme)
- Die Gesundheit der Darmschleimhaut (bspw. bei Zöliakie gestört)
Aber selbst unter idealen Bedingungen wird meist nur ein Anteil von 10 % des Nahrungseisens aufgenommen. Bei einem ausgeprägten Eisenmangel (Ferritin < 15 µg/l) gelingt dies noch besser als bei leichtem Eisenmangel (Ferritin < 50 µg/l). Je höher der Eisenwert, desto schwächer die Eisenaufnahme, weshalb Ferritinwerte > 100 µgl/l schwer mit Tabletten zu erreichen sind. Abgesehen davon dauert die Substitutionstherapie mit Tabletten mehrere Monate, oft ein halbes Jahr und geht bei >50 % der Behandelten mit unangenehmen Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen und Verstopfung einher. Gerader bei hoher Eisenverlustrate wie bei verstärkter Regelblutung erreicht man so kaum die gewünschten Zielwerte mit einem Ferritin > 100 µg/l.
Eiseninfusionen haben nicht den Vorbehalt der Resorption im Magen-Darm-Trakt. Hier gilt: Was über die Venen verabreicht wurde, ist drin! Man kann daher die errechnete Eisenmenge mit wenigen Infusionen (meist 3-6) verabreichen und so binnen kürzester Zeit sicher das Ziel-Ferritin von 100-200 µg/l erreichen. Leichte Nebenwirkungen wie kurzzeitiger Schwindel oder Kopfschmerzen treten bei rund 10 % der Behandelten auf. Über die Gefahr einer allergischen Reaktion muss ärztlich aufgeklärt werden. Das Risiko liegt im Promille-Bereich und man entgegnet ihm mit einer 30-minütigen Überwachung nach der Infusion.
16. Wie teuer sind Eiseninfusionen?
Die Kosten sind abhängig vom Präparat. Eine Infusion mit Eisensucrose (Fermed, Venofer) 200 mg kostet etwa 100 €. Eine Infusion mit Eisencarboxymaltose (Ferapplic, Ferinject) mit 500 mg kostet etwa 250 €.
17. Kann die Infusion auch mein Heilpraktiker machen?
Nein, auf keinen Fall. Ein Heilpraktiker darf grundsätzlich keine rezeptpflichtigen Medikamente verschreiben und Eiseninfusionen sind verschreibungspflichtig. Der verabreichende Arzt sollte über intensivmedizinische Erfahrung verfügen, die ein Heilpraktiker naturgemäß nicht haben kann.
18. Zahlt die Krankenkasse eine Eiseninfusion?
Ja, wenn folgende Dinge erfüllt sind:
- Symptome bestehen
- Der Ferritinwert unter dem Referenzwert des jeweiligen Labors liegt.
- Eine Eisenmangelanämie besteht
- Eisentabletten nicht wirkten, oder nicht vertragen wurden.
Das häufigste Problem bei der Kostenübernahme ist der symptomatische Eisenmangel mit Ferritinwerten über dem Referenzwerten des Labors. Der niedergelassene Arzt hat hier ein sogenanntes Regressrisiko: Kann er der Krankenkasse nicht die medizinische Notwendigkeit der Infusion nachweisen, haftet er mit seinem Privatvermögen.
19. Wieso macht mein Arzt keine Eiseninfusionen auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse?
Es gibt dafür unterschiedliche Gründe:
- Die Infusion wird nicht vergütet. Sie ist in der gesetzlichen Krankenversicherung Teil der Pauschale zur Patientenversorgung.
- Weil ein Risiko besteht, dass der Arzt die Kosten für das verordnete Präparat von der gesetzlichen Krankenkasse nicht erstattet bekommt und es dann im Falle eines Regresses der Krankenkasse aus seinem Privatvermögen bezahlen muss.
- Die Grundlage für die Kostenübernahme durch die GKV sind hoch. Es gibt das Gebot der Wirtschaftlichkeit in der Behandlung. Nur wenn die Laborwerte krankhaft verändert sind und Tabletten nachweislich nicht wirken ist die Kostenübernahme möglich. Symptome treten allerdings auch schon auf, bevor der Referenzwert auf dem Laborblatt unterschritten wird.
Insgesamt ist so die Therapie des Eisenmangels auf Kassenkosten oft schwierig.
20. Wann sollte ich die Eisenwerte nach den Infusionen kontrollieren?
Nach 2 Monaten. 5 Tage nach einer Eiseninfusion steigen die Ferritinwerte auf einen ungefährlichen Peak von oft > 500 µg/l, der sich über etwa 4 Wochen normalisiert. Eine Kontrolle 2-3 Monate nach der letzten Infusion ist am besten.
21. Warum sollten Eiseninfusionen auf keinen Fall dextran-basiert sein?
Dextrane sind Trägerstoffe in Infusionen, die gehäuft zu allergischen Reaktionen führen. Vorsicht: Noch immer ist das dextranbasierte Präparat „Cosmofer“ in deutschen Apotheken in Vertrieb.
22. Wie schnell geht der Ferritinwert nach der Infusion wieder runter?
Eisenwerte werden, je nach Verlustrate, nach Infusionen unterschiedlich schnell wieder absinken. Bei männlichen Leistungssportlern, die nur aufgrund der schlechten Eisenresorption im Leistungstraining in den Mangel geraten sind, bleibt der Ferritinwert oft 2 Jahre auf dem gewünschten Level. Bei Frauen mit starker Regelblutung und somit hoher Verlustrate können die Ferritinwerte auch nach 6 Monaten wieder deutlich reduziert sein. Wir empfehlen routinemäßig eine Kontrolle nach 12 Monaten, bei erwartbar hoher Verlustrate nach 6 Monaten.
23. Was ist der Unterschied zwischen Eisen und Ferritin?
Alte Eisenpräparate der 1. Generation, wie Cosmofer, binden das elementare Eisen an den Trägerstoff Dextran, auf den Menschen allergisch reagieren können. Die Zahl der allergischen Reaktionen ist um das 3 bis 4-ache höher als bei den modernen Eisenpräparaten. Hinweis: Cosmofer wurde 1954 zugelassen und ist immer noch in deutschen Apotheken erhältlich!
24. Beim Blutspenden hat man gesagt ich hätte keinen Eisenmangel, im Eisenzentrum Hannover hieß es, ich hätte Eisenmangel. Wie kommt das?
Beim Blutspenden wird der Hb-Wert, also der rote Blutfarbstoff ermittelt. Bei sehr starkem Eisenmangel ist dieser erniedrigt. Bei leichtem, möglicherweise bereits symptomatischem Eisenmangel, allerdings nicht. Nur vom Hb-Wert abzuleiten, ob ein Eisenmangel vorliegt, ist nicht sachgerecht, falsch und somit irreführend. Wichtiges Hintergrundwissen: Der durchschnittliche Blutspender in Deutschland hat Ferritinwerte um 25 µg/l. Also Werte, bei denen viele Menschen bereits Eisenmangelsymptome haben.
25. Wie lange dauert eine Eiseninfusion?
Bei 200 mg Eisensucrose (Fermed, Venofer) 30 Min. Bei 500 mg Eisencarboxymaltose (Ferinject, Ferapplic) ist beträgt die Infusionszeit 15-30 Min.
26. Welche Nebenwirkungen haben Eiseninfusionen?
Typische Nebenwirkrungen bei 10 % der Behandelten sind Schwindel, Kopfschmerzen, grippeartige Symptome. Diese sind meist ungefährlich. Seltene Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen treten selten – im Promille-Bereich – auf.
27. Welche Eisentabletten sind am besten?
Es hat sich bewährt, eine etwas höhere Dosis nur jeden 2. Tag zu verabreichen. Dann werden meist auch typische Dosen von 80-100 mg/Tablette gut vertragen. Ist das nicht der Fall, empfiehlt sich der Wechsel auf ein Eisen-Bisglycinat mit etwa 30 mg pro Tablette.
28. Reicht es, wenn ich bei Eisenmangel mehr Fleisch esse?
Nein. Die Aufnahme von Eisen aus tierischen Produkten ist mit 20 % zwar besser als aus pflanzlichen Produkten, aus denen nur 5 % resorbiert werden. Der Eisengehalt eines 200g Steaks von 3,3 mg/100g führt also zu einer faktischen Aufnahme von etwa 1 g. Das ist gut, reicht aber nicht zum kurzfristigen Ausgleich eines manifesten Mangels.
29. Wieviel Eisen braucht man am Tag?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für einen erwachsenen Mann und Frauen nach der Menopause 10 mg/Tag. Frauen im gebärfähigen Alter sollten 15 mg Eisen pro Tag zu sich nehmen. Zu welchen Ferritinwerten dies im Einzelfall führt hängt aber von diversen Faktoren ab. Die Werte sind allenfalls als Orientierung zu verstehen. Bei Verdacht auf einen Eisenmangel hilft kein Ernährungstagebuch, sondern einzig die Messung des Eisenstatus beim Arzt.
30. Können Eiseninfusionen auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden?
Eiseninfusionen sind im ersten Drittel der Schwangerschaft immer streng kontraindiziert. Deshalb sollten Eiseninfusionen vor dem Absetzen der Verhütungsmittel bei Kinderwunsch abgeschlossen sein. Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sind sie grundsätzlich möglich, aber mit strenger Indikationsstellung: Es muss ein Hb-relevanter Eisenmangel vorliegen, also eine Blutarmut mit einem Hb < 10,5 g/l, der nicht binnen 4 Wochen durch eine Therapie mit Eisentabletten um 1 g/l angehoben werden kann.

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31. Dürfen Kinder Eiseninfusionen erhalten?
Ja, mit sorgfältiger Indikationsstellung sind Eiseninfusionen für Kinder möglich. Zu beachten ist die angepasste Infusionsmenge von 3 mg/kg Körpergewicht (Eisensucrose) bzw. 15 mg/kg Körpergewicht (Eisencarboxymaltose).
32. Warum haben Vegetarier oft schlechte Eisenwerte?
In Pflanzen enthaltene Eisenverbindungen sind oft dreiwertig und damit schlechter resorbierbar als die zweiwertigen Verbindungen in Fleisch. Außerdem sind in der pflanzlichen Nahrung Phytine und Tannine enthalten, die die Eisenaufnahme aus dem Darm hemmen. So kommt es, dass nur 5 % des pflanzlichen Eisens aufgenommen wird. Hingegen 20 % des Eisens tierischen Ursprungs.
33. Was hat Rheuma mit Eisenmangel zu tun?
Rheumatische Erkrankungen führen regelmäßig zu Eisenmangelzuständen. Der Hintergrund ist die chronische Entzündungsreaktion des Körpers, die zu erhöhter Hepcidinauschüttung in der Leber führt, was die Eisenabgabe der resorbierenden Dünndarmzellen in den Körperkreislauf verringert.
34. Helfen Rote Beete und Rotwein gegen Eisenmangel?
Nein. Der Eisengehalt ist mit 0,9 mg/100 gr rote Beete und 0,1 mg/100 mg Rotwein eher gering. Mit 200 Gramm rote Beete erreicht man ca. 15% des Eisentagesbedarfs.
35. Wie schnell wirkt eine Eiseninfusion?
Nach 3 bis 6 Wochen ist in der Regel eine Verbesserung der Beschwerden zu verzeichnen. Patienten berichten immer wieder schon von deutlich spürbaren Verbesserungen nach der 2. Infusion.
36. Warum kombiniert Dr. Marquardt Eisen mit B12 und Folsäure?
Vitamin B12 und Folsäure sind unter anderem erforderlich für die Zellneubildung, den Energiestoffwechsel und bei der Blutneubildung. Somit werden optimale Voraussetzungen für eine schnelle Eisenverwertung geschaffen.
37. Wie bemerke ich Eisenmangel?
Müdigkeit, Blässe, Konzentrationsstörungen, Abgeschlagenheit, Luftnot bei Belastung, aber auch Haarausfall, brüchige Fingernägel, eine Infektanfälligkeit bis hin zu einer Depression können erste Symptome von Eisenmangel sein.
38. Warum wird ein Ferritin von > 100 µg/l empfohlen?
Sportler nutzen diesen Grenzwert seit Jahrzehnten. Zwar verändert sich bei Ferritin-Werten > 100 µg/l gegenüber einem > 50 µg/l die Menge des roten Blutfarbstoffes (Hb) nicht mehr, aber für die Zellatmung in jeder Zelle ist Eisen entscheidend für den Elektronentransport. Hier machen sich auch höhere Werte positiv bemerkbar. Man geht davon aus, dass dieser Effekt auch für die Linderung zahlreicher anderer Symptome des Eisenmangels wie Müdigkeit, Haarausfall oder Infektanfälligkeit die entscheidende Rolle spielt.
39. Warum sagt mein Hausarzt, dass ein Ferritin von 14 µg/l noch ok ist?
Möglicherweise weil er der Auffassung ist, dass alle Werte im Referenzbereich des Labors in Ordnung sind. Ein Eisenmangel muss aber im klinischen Kontext gesehen werden. Ein Extrembeispiel sind Patienten mit Herzschwäche. Hier ist nach kardiologischen Leitlinien ein Ferritin > 100 µg/l empfohlen. Unabhängig vom Laborzettel. Und natürlich können Ferritinwerte > 100 µg/l ebenfalls Symptome wie Müdigkeit oder Haarausfall verursachen.
40. Macht Eisenmangel depressiv?
Ja, man geht davon aus, dass Eisenmangel depressive Symptome verursachen oder verstärken kann. Die Produktion der Neurotransmitter Serotonin („Glückshormon“), Dopamin (Motivation, Antrieb) sowie Noradrenalin (Stressregulation) sind eisenabhängig. Insbesondere wenn der Ferritinwert deutlich erniedrigt ist können unter Umständen Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, Traurigkeit, Konzentrationsproblemen und sozialer Rückzug auftreten. Kleinere Studien zeigten bei Mädchen eine Korrelation von Eisenmangel und depressiven Symptomen. Eine belastbare wissenschaftliche Evidenz für diese Aussage ist allerdings nicht gegeben. Eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Eisenstatus (Ferritin, Hb, Transferrinsättigung, CRP) kann dennoch bei chronischer Müdigkeit, depressiven Verstimmungen und Therapieresistenz gegenüber Antidepressiva hilfreich sein, damit ein erfahrener Internist gemeinsam mit dem Patienten über einen Therapieversuch entscheiden kann.
41. Helfen Eiseninfusionen bei Schilddrüsenunterfunktion?
Unter Umständen ja, denn für die Synthese von Schilddrüsenhormonen benötigt der Körper neben der Aminosäure Tyrosin, Jod, Selen und Eisen. Ein Mangel an Eisen kann also zur Schilddrüsenunterfunktion führen. Ein Teufelskreis, denn bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist durch die gestörte, träge Verdauung auch die Eisenaufnahme vermindert. Soweit zur Theorie. In der Praxis ist der Eisenmangel aber eher selten verantwortlich für Schilddrüsenunterfunktionen.
42. Warum treten Eisenmangel und Hashimoto-Erkrankung so oft gemeinsam auf?
Eisenmangel und Hashimoto treten tatsächlich häufig gemeinsam auf, weil eine Schilddüsenunterfunktion die Eisenaufnahme im Darm stören kann und Autoimmunprozesse mit Aktivierung des Entzündungsstoffwechsels die Eisenaufnahme stören können. Das ist von großer Wichtigkeit, weil Eisen entscheidend ist für die Produktion von Schilddrüsenhormonen ist. Es kann so ein Teufelskreislauf aus gestörter Schilddrüsenfunktion und Eisenmangel entstehen.
Eine regelmäßige Kontrolle des Eisenstatus (Blutbild, Ferritin, Transferrinsättigung und CRP) ist bei Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen besonders wichtig.
43. Warum macht Zöliakie Eisenmangel?
Die Zöliakie ist eine durch Gluten in Nahrungsmitteln ausgelöste Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem wird aktiviert und greift die eigene Dünndarmschleimhaut an. Dies führt zu zweierlei:
- Die geschädigte Dünndarmschleimhaut (sog. Zottenatrophie) kann Eisen kaum mehr aufnehmen.
- Das aktivierte Immunsystem sorgt für erhöhte Hepcidinspiegel und damit eine geringere Eisenaufnahme.
44. Warum schließt Dr. Marquardt bei Eisenmangel eine Zöliakie aus, obwohl ich gar keine Bauchschmerzen habe?
Die Zöliakie verläuft oft symptomarm. Die Dunkelziffer der nicht erkannten Zöliakie-Fälle ist sehr hoch und dürfte zwischen 80 und 90% liegen. Nur bei 10 bis 20 % der Betroffenen liegt das klassische Vollbild der Zöliakie vor. 80 bis 90 % haben untypische, nur wenige oder keine Symptome und wissen daher oft nichts von ihrer Erkrankung.
45. Wieviel Abstand sollte zwischen zwei Eiseninfusionen liegen?
Bei Eisensucrose (Fermed) können 3 Infusionen pro Woche, mit maximal 1 Infusion pro Tag vorgenommen werden. Bei Eisencarboxymaltose (Ferinject) können tägliche Infusionen bis maximal 1000 mg/Woche vorgenommen werden.
46. Kann ich nach Eiseninfusionen den Eisenwert mit Tabletten oben halten?
Nein. Eisentabletten werden umso schlechter resorbiert, je höher der Ferritinspiegel ist. Wurde der Ferritinspiegel mit Infusionen auf 100-200 µg/l angehoben, werden Eisentabletten unresorbiert wieder ausgeschieden und verursachen dennoch alle üblichen Nebenwirkungen.
47. Soll man Eisentabletten wirklich nur jeden 2. Tag einnehmen?
Viele Menschen leiden bei täglicher Einnahme von Eisentabletten unter Nebenwirkungen wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Verstopfung. Oft sind diese ein limitierender Faktor der Therapie. Eine zweitägliche Einnahme kann diese Beschwerden deutlich reduzieren. Der Effekt auf die Nebenwirkungen ist einfach: Weniger Dosis, weniger Nebenwirkungen. Aber kann ich damit genauso gut einen Eisenmangel behandeln? Ja, denn nach der Einnahme von Eisen steigt der Hepcidin-Spiegel für etwa 24 Stunden an. Hepcidin hemmt die Eisenaufnahme, was am Folgetag der Eiseneinnahme die Eisenresorption hemmt. Am Folgetag macht die Eisentabletten also viel Nebenwirkung und wenig Wirkung und man kann Sie genauso gut auslassen.
In einer Studie waren ebenso gute Anstiege die Ferritinwerte wie bei täglicher Einnahme festgestellt worden, bei weniger Nebenwirkungen (Studie: H.K. von Siebenthal et al. Alternate day versus consecutive day oral iron supplementation in iron-depleted women: a randomized double-blind placebo-oontrolled study. EClinicalMedicine. 2023; 65: 102286). Auch die S1-Leitlinie (Link: https://register.awmf.org/assets/guidelines/025-021l_S1_Eisenmangelanaemie_2021-11.pdf) empfiehlt zur Behandlung des leichten bis mäßigen Eisenmangels empfiehlt die zweitägliche Gabe von Eisentabletten.
Eine weitere Studie zeigte, dass bei Verabreichung an jedem zweiten Tag die doppelte Dosis verabreicht werden sollte, da die Gesamteisenaufnahme aus einer Dosis von 200 mg an jedem zweiten Tag etwa doppelt so hoch ist wie die aus täglichen Einnahme von 100 mg. (Studie: Stoffel NU, Zeder C, Brittenham GM, Moretti D, Zimmermann MB. Iron absorption from supplements is greater with alternate day than with consecutive day dosing in iron-deficient anemic women. Haematologica. 2020 May;105(5):1232-1239. doi: 10.3324/haematol.2019.220830. Epub 2019 Aug 14. PMID: 31413088; PMCID: PMC7193469.) Das pragmatische Fazit lautet: Eisentabletten jeden zweiten Tag einnehmen und die Dosis so hoch wählen, wie Sie toleriert wird.
48. Wie gut hilft Floradix Kräuterblut bei Eisenmangel?
In Floradix Kräuterblut wurde Eisen als „Eisengluconat“ zugesetzt. Die Dosis ist mit 36,8 mg pro Tag mehr als in typischen Nahrungsergänzungsmitteln und etwa 40 % einer typischerweise ärztlich verordneten Tablette. Die Nebenwirkungsrate ist so geringer. Die Wirkung aber auch.
49. Warum habe ich die Eisentabletten vom Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller vertragen und die vom Arzt verordneten aus der Apotheke nicht?
Eine wirksame, ärztlich überwachte Eisenmangeltherapie findet mit einer Dosis von 50-100 mg/Tablette statt. Das ist wirksam, aber leider auch nebenwirkungsreich. Nahrungsergänzungsmittel sind mit typischen 14 mg oft wesentlich niedriger dosiert. Hintergrund: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt eine Höchstmenge von 6 mg Eisen pro Tagesdosis für Nahrungsergänzungsmittel. Diese Empfehlung ist nicht bindend, sondern eine wissenschaftlich begründete Vorsichtsmaßnahme. Trotzdem sind viele Produkte mit 14 mg Eisen auf dem Markt, weil 14 mg 100 % des EU-Referenzwerts für die tägliche Zufuhr (NRV = Nutrient Reference Value) darstellen. Hersteller dürfen diese Dosis anwenden, wenn sie die Kennzeichnungspflichten einhalten und Warnhinweise für überosierungsgefährdete Gruppen (Männer oder postmenopausale Frauen) anbringen. Da Nebenwirkungen dosisababhängig sind, treten sie umso seltener auf, je weniger Eisen ich einnehme. 14 mg Eisentabletten machen deshalb weniger Nebenwirkungen, aber auch weniger Hauptwirkung!
50. Darf man Eiseninfusionen über ein „Butterfly“ verabreichen?
Formal darf der Arzt dies tun. Ob dies einer guten ärztlichen Praxis und dem sichersten Wege gleichkommt, darf hingegen angezweifelt werden. Denn die sehr scharfe Nadelspitze liegt, anders als beim stumpfen Kunststoffschlauch eines venösen Zugangs, ungesichert in der Vene. Dies hat mindestens zwei Auswirkungen:
- Bei seltenen, allergischen Reaktionen möchte jeder erfahrene Arzt einen sicheren intravenösen Zugang zur sofortigen Behandlung zur Verfügung haben. Die Gefahr, dass „Butterflys“ in so einer Situation verrutschen ist zu groß.
- Das Risiko für ein Paravasat, also das Verabreichen von Eiseninfusionslösung neben die Vene durch unbeabsichtigte Schädigung der Venenwand ist erhöht, was zu mit Hautverfärbung und Gewebsschäden (Nekrose) führen kann.
51. Welche Blutwerte gehören zu einem Eisenstatus?
Vier Blutwerte sind entscheidend:
- Ferritin à Speichereisen
- Eisen, Transferrin und Transferrinsättigung à Eisenbeladung des Transporteisens
- kleines Blutbild à Auswirkungen des Eisens auf die Blutbildung
- CRP à CRP ist ein Entzündungsprotein. Ist es erhöht, kann das Ferritin falsch zu hoch bestimmt werden.
52. Mein Arzt sagt, wenn ich keine Blutarmut (Anämie) habe, dann habe ich auch keinen relevanten Eisenmangel. Stimmt das?
.
53. Welche Eisenpräparate zur Infusion sind empfehlenswert?
Die Eisenpräparate der 2. und 3. Generation: Eisen (III)hydroxid-Saccharose/ Sucrose -Komplex (Fermed/Venofer) und Eisen(III)carboxymaltose (FerInject, Feryxa, Ferapplic). Ältere Präparate wie Cosmofer oder Ferrlecit sollten nicht mehr verwendet werden.
54. Was sind die häufigsten Ursachen von Eisenmangel?
Es gibt drei Ursachengruppen für Eisenmangel:
- Verminderte Aufnahme Bedarf: Essstörungen, hohes Alter
- schlechte Resorption: Zöliakie, vegetarische Ernährung, Sportler
- erhöhter Bedarf: Schwangerschaft, Stillen
- erhöhter Eisenverlust: Blutverdünnung, Blutungen, auch versteckte Blutungen im Magen/Darm-Trakt
55. Wieso haben Frauen öfter Eisenmangel als Männer?
Über die Regelblutung verlieren Frauen durchschnittlich etwa 60 ml Blut pro Monat. Das entspricht einer jährlichen Eisenmenge von 300 mg und somit 1,5 Eiseninfusionen. Das ist der Grund. Übrigens liegt das Durchschnittsferritin bei Frauen mit Regelblutung bei 30 µg/l, bei Frauen >50 Jahre und ohne Regelblutung > 100 µg/l.
56. Warum fragt mein Arzt nach einer Magen- oder Darmspiegelung bei Eisenmangel?
So können wichtige Gründe für einen Eisenmangel ausgeschlossen werden:
- Magengeschwür
- Zöliakie
- Crohn
- Colitis ulcerosa
- Blutungsquelle
- Gut- und bösartige blutende Tumoren
57. Ist Eisenmangel heilbar?
Ja. Wenn ein Eisenmangel mit Tabletten nicht behoben werden kann, kann man diesen mit einer Eiseninfusion sehr gut und sicher behandeln.
58. Wann wird Eisenmangel gefährlich?
Fehlt dem Körper über lange Zeit Eisen, so kann es zu einer anhaltenden Blutarmut kommen. Die Sauerstoffversorgung der Organe und jeder einzelnen Körperzelle wird schlechter und die Funktion leidet. Im Extremfall können Organschäden oder eine Herzschwäche entstehen. Typischer sind allerdings leichte Symptome wie Infektanfälligkeit, Müdigkeit und Leistungsschwäche.
59. Welche Ärzte behandeln am besten Eisenmangel?
Der einfache Eisenmangel wird oft vom Hausarzt mit Tabletten behandelt. Die genaue Abklärung nimmt meist ein in der Diagnostik und Behandlung von Eisenmangel erfahrener Internist oder Hämatologe vor.
60. Warum kriegen Dialysepatienten Eiseninfusionen?
Dialysepatienten leiden häufig sowohl unter einem absoluten als auch einem funktionellen Eisenmangel. Eine zentrale Rolle spielen dabei erhöhte Hepcidinwerte, die durch chronische Entzündungen und eine eingeschränkte Nierenfunktion entstehen. Bei Hämodialysepatienten kommen zusätzlich eisenbedingte Verluste durch das Dialyseverfahren selbst hinzu. Im Gegensatz zur Peritonealdialyse ist bei Hämodialysepatienten eine orale Eisentherapie meist nicht wirksam – hier ist in der Regel eine intravenöse Eisengabe notwendig.

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61. Sind Eiseninfusionen auf der Dopingliste?
Nein. Eisenpräparate, auch als Infusion, steht nicht auf der Dopingliste. Eine Infusion mit einem Volumen von > 100 ml ist unabhängig vom Inhalt, nie erlaubt und stets Doping, weil damit Dopingsubstanzen verdünnt werden könnten. Eine Ausnahme sind medizinisch zwingend notwendige Therapien.
62. Warum kriegen Patienten mit Herzschwäche Eiseninfusionen?
Die Therapie des Eisenmangels hat 2012 erstmals Eingang in die ESC-Leitlinien gefunden und wird bereits bei Serum-Ferritin-Werten < 100 μg/l empfohlen, bzw. bei Ferritin-Werten von 100–299 μg/l, wenn gleichzeitig eine Transferrinsättigung von < 20 % gemessen wird. Gemäß der aktuell gültigen Herzinsuffizienz-Leitlinie von 2021 sollte die i.v.-Gabe von Eisencarboxymaltose in symptomatischen Patienten mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) erwogen werden, um die Herzinsuffizienzsymptomatik zu lindern und die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität zu verbessern. Die Evidenzklasse ist IIa. Die Empfehlung der Leitlinie Grad A.
63. Warum kriegen Sportler Eiseninfusionen?
Intensives Training aktiviert den Entzündungsstoffwechsel und führt damit zu ohne Hepcidinspiegeln. Bei hohen Trainingsumfängen wird deshalb über den „Hepcidinblock“ die Eisenaufnahme gestört, weshalb über 50 % der weiblichen Leistungssportlerinnen eisendefizitär sind. Außerdem ist Eisen entscheidend für den Sauerstofftransport (hohe Hämoglobinwerte) und die Atmungskette (Energieproduktion in der Zelle). Sportärzte streben deshalb Ferritinwerte > 100 mg/l an, was oft Substitutionsbehandlungen erforderlich macht.
64. Sind Hypophosphatämien nach Eiseninfusionen gefährlich?
Ja, Hypophosphatämien nach Eiseninfusionen können gefährlich sein. Sie treten nach Gabe von Eisencarboxymaltose (z.B. Ferinject®) auf. Die Eisencarboxymaltose erhöht den Spiegel von Fibroblast Growth Factor 23, was in der Niere zu einer erhöhten Phosphatausscheidung über den Urin führt, weshalb das Serum-Phosphat massiv sinken kann. Akute, potentiell gefährliche Auswirkungen sind Muskelschwäche, Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Auflösung der Muskulatur (Rhabdomyolyse) und Krampfanfälle sowie Bewusstseinsstörungen. Langfristig kann die erhöhte Phosphatausscheidung zu Knochenerweichung (Osteomalazie) und Knochenbrüchen (Frakturen) führen. Wir bevorzugen deshalb Eisensucrose, bei der nur sehr selten erniedrigte Phosphatspiegel auftreten.
65. Wie oft treten Hypophosphatämien nach Eiseninfusionen auf?
Diese Nebenwirkung ist häufig: 45 % bis 70 % der Patienten entwickeln eine Hypophosphatämie mit Serumphosphat < 2,0 mg/dl nach Eisencarboxymaltose. Alternativpräparate wie Eisensucrose erzeugen dies nur bei weniger als 10 % bei Behandelten. Schwere Hypophosphatämie (Phosphat ≤ 1,0 mg/dl) tritt bei 11,3 % der Eisencarboxymaltose -Patienten auf, hingegen sehr selten bei mit Eisensucrose Behandelten. 45 % der Eisencarboxymaltose-Behandelten hatten auch nach 35 Tagen noch erniedrigte Phosphatspiegel. Wir bevorzugen deshalb Eisensucrose.
66. Hilft Eisen gegen Infektanfälligkeit?
Ja. Eisen, wie auch Zink, zählen schon von der Menge her zu den bedeutsamsten Spurenelementen im Organismus. Beide sind für ein funktionstüchtiges Immunsystem unverzichtbar.
67. Darf eine MFA eine Eiseninfusion durchführen?
Eine ausgebildete MFA oder examinierte Krankenschwester darf eine Eiseninfusion anlegen, wenn der Arzt sich von der Qualifikation und Befähigung überzeugt hat, die Fachkraft eingewiesen hat, klare Anweisungen zur Durchführung erteilt, die Durchführung kontrolliert und in der Praxis anwesend ist („next door“). Letzteres ist alleine zur Behandlung von möglichen Komplikationen zwingend erforderlich.
68. Warum haben manche Ärzte Angst vor Eiseninfusionen?
Es handelt sich hier um das tradierte Wissen. Also um über Generationen weitergegebenes Wissen. Die allerersten Eisenpräparate zur intramuskulären Gabe haben schwerste Nebenwirkungen erzeugt. Präparate zur intravenösen Gabe haben in der 1. Generation (etwa 1950-1960) gelegentliche die allergischen Reaktionen (0,08 % auf 1000 mg Eisen) erzeugt. Moderne Präparate haben eine 4-fach niedrigere Anzahl allergischer Reaktionen. Eiseninfusionen haben deshalb heute ein hohes Sicherheitsniveau erreicht. Viele Ärzte sind hier nicht genau informiert, sondern haben „mal etwas gehört“. Einigen behandelnden Arzt fehlt auch die notwendige Erfahrung in der notfallmedizinischen Behandlung, die für Eiseninfusionen vorgeschrieben ist.
69. Wie klärt man die Ursachen eines Eisenmangels ab?
Die strukturierte Abklärung eines Eisenmangels ist wichtig, um keine ernsthaften Ursachen des Eisenmangels zu übersehen. Abzuklären sind:
- Zöliakie: Transglutaminase IgA im Blut, ggf. Magenspiegelung
- Chronisch entzündliche Darmerkrankung: Calprotectin im Stuhl, ggf. Darmspiegelung
- Blutverlust im Magendarmtrakt: Stuhltest auf verstecktes Blut, ggf. Darmspiegelung
70. Ich habe Eisenmangel und will schwanger werden. Was soll ich tun?
Durch eine Schwangerschaft entsteht ein Nettoeisenverlust von etwa 1000 mg. Dieser Eisenbedarf ist während der Schwangerschaft allein über die Ernährung erfahrungsgemäß kaum zu decken. Hinzu kommt, dass der Eisenbedarf auch in der Stillzeit um 50 % erhöht bleibt und ebenfalls schwer über die Ernährung zu decken ist. Da ein Eisenmangel auch erhöhte Komplikationsraten in der Schwangerschaft mit sich bringt, wird der Eisenstatus am besten vor der Schwangerschaft mit Infusionen ausgeglichen und auf ein Ferritinspiegel von etwa 200 µg/l gebracht. Wichtig: Ist die Schwangerschaft eingetreten, können in der Regel keine Eiseninfusionen mehr erfolgen: Im 1. Schwangerschaftsdrittel sind sie kontraindiziert, im 2. und 3. Drittel nur bei strenger Indikation.
71. Ist Eisenmangel die Ursache für dünne Harre und Haarausfall?
Haarausfall ist eines der ersten Symptome für Eisenmangel. Eisen ist Hauptbestandteil des Eiweißes, das die Haarfollikel bildet. Gibt es also einen Mangel, werden die Haarfollikel nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, was schließlich zu Haarausfall führen kann.
72. Wo ist der Unterschied zwischen 2- und 3-wertigem Eisen?
Zweiwertiges (Fe²⁺) und dreiwertiges Eisen (Fe³⁺) unterscheiden sich in ihrer chemischen Oxidationsstufe. Zweiwertiges Eisen verfügt über ein weiteres Elektron, was die Eigenschaften verändert. Fe²⁺ wird im Darm am besten aufgenommen und ist daher in den meisten Eisentabletten üblich (Ausnahme: Feraccru). Pflanzliches Eisen liegt meist in dreiwertiger Form vor. Damit der Körper es aufnehmen kann, muss er es zunächst in die zweiwertige Form reduziert werden, was die Aufnahme erschwert. Eisen in Fleisch, Geflügel und Fisch, so genanntes Häm-Eisen, liegt als zweiwertiges Eisen vor und kann besser aufgenommen werden. Fe³⁺ ist die Transport- und Speicherform des Eisens im Körper. In Präparaten zur Infusion wird dreiwertiges Eisen verwendet.
73. Kann ich auch einen Nagel in einen Apfel stecken, um mehr Eisen aufzunehmen?
Steckt man die Nägel in den Apfel, bilden sich braune Flecken. Sie bestehen aus Eisenmalat, einem zweiwertigen Eisensalz, das vom Körper gut aufgenommen werden kann. Allerdings lässt sich die Eisenmenge, die man so aufnimmt, kaum kontrollieren, weshalb Experten von dieser Selbsttherapie abraten.
74. Helfen Gusseiserne Pfannen gegen Eisenmangel?
Effekte durch eisernes Kochgeschirr sind keine Ammenmärchen. Für einen suboptimal versorgten Menschen, der sein Ferritinwert sicher steigern möchte, sind bei den kleinen, aus Pfannen resorbierten Eisenmengen leider keine großen Effekte auf den Eisenhaushalt zu erwarten.
75. Verursacht Eisenmangel Schwindel?
Eisenmangel führt unter anderem auch zu einer Blutarmut (Anämie). Diese wiederum hat als häufiges Symptom den Schwindel.
76. Darf ich nach einer Eiseninfusion trainieren gehen?
Ja, Sport nach einer Eiseninfusion ist möglich, wenn man diese gut vertragen hat.
77. Bis zu welchem Alter darf man Eiseninfusionen bekommen?
Wenn die Indikation für die Eiseninfusion korrekt gestellt wurde, gibt es keine obere Altersbeschränkung. Tatsächlich ist Nierenschwäche bei hochbetagten Patienten ein häufiges Problem und ab einer Nierenschwäche Grad 3 sind gegebenenfalls erhöhte Ferritinwerte zu Blutbildung erforderlich.
78. Wann macht man einen Eisenresorptionstest?
Der Eisenresorptionstest ist ein labordiagnostischer Funktionstest, mit dem geprüft werden kann, ob ein Patient bei oraler Zufuhr ausreichend Eisen aufnehmen kann. Gemessen wird das Serum-Eisen vor und nach Eisengabe. Klinisch hat dieser eine geringe Bedeutung und wird kaum angewendet. Wichtiger ist heutzutage die Ursachensuche.
79. Was ist die Transferrinsättigung?
Das in der Leber gebildete Transportprotein Transferrin ist für den Transport von Eisen im Blutplasma verantwortlich. Die Transferrinsättigung gibt das Verhältnis der Eisen- und Transferrinkonzentration im Serum an. Sie wird u.a. zur Diagnostik von Anämien und Eisenverteilungsstörungen bestimmt.
80. Warum lässt sich ein Eisenmangel bei Übergewicht nicht am Ferritin-Wert ablesen?
Die systemische Entzündungsreaktion durch das Fettgewebe, die auch zu Gefäß und Gelenkschäden durch Übergewicht beiträgt, führt zu falsch hohen Ferritinspiegeln. Ferritin steigt unspezifisch bei Entzündungsreaktionen an, weshalb das Ferritin nur zusammen mit dem CRP-Wert (ein Entzündungswert) interpretiert werden sollte. Bei Übergewicht ist eine erniedrigte Transferrinsättigung in der Eisenmangeldiagnostik deshalb u.U. wichtiger als das Ferritin.
81. Ich habe Eisenmangel und soll einen Stuhltest (iFOBT) machen. Warum?
Damit will Dein Arzt einen Blutverlust über den Magendarmtrakt ausschließen. Dies kommt beispielsweise vor bei Magengeschwüren, gut- und bösartigen Tumoren und Hämorrhoiden. Sie sind eine mögliche Ursache von Eisenmangel.
82. Kann ich Eiseninfusionen in der Apotheke selber kaufen?
Nein. Eiseninfusionen sind rezeptpflichtig. Der Arzt muss sie verschreiben.
83. Was ist eigentlich ein Eisenzentrum?
In einem Eisenzentrum wird die Diagnostik und Therapie des Eisenmangels immer gleich, das heißt nach Standards, gehandhabt. Sie basieren auf Studiendaten und der jahrelangen Erfahrung in der Diagnostik und Therapie von Störungen im Eisenstoffwechsel.
84. Kann die Eiseninfusion auch mein Hausarzt machen?
Grundsätzlich ist das möglich. Allerdings sind spezielle Voraussetzungen erforderlich in der Anwendung der Eisenpräparate. Neben der Erfahrung in der richtigen Dosierung bedarf es einer Notfallausrüstung und der Qualifikation, die sehr seltenen, aber möglichen Komplikationen sicher in der Praxis zu behandeln.
85. Wieviel steigt mein Ferritin nach einer Eiseninfusion an?
Nach den Erfahrungen steigt der Eisenspiegel nach Infusionen mit Eisensucrose 200 mg um ca. 20-30 µg/l und bei Eisencarboxymaltose 500 mg um 50-75 µg/l an.
86. Warum haben Sportler Eisenmangel?
Sportler haben durch das tägliche Training erhöhte Hepcidinspiegel bedingt durch eine Aktivierung des Immunsystems. Dieser von chronisch entzündlichen Erkrankungen bekannte Effekt führt bei Sportlern zu verringerter Eisenaufnahme. Sportler setzen zudem zum Ausgleich des mitunter immensen Energiebedarfs und zur Verbesserung der Regenerationsleistung eine kohlenhydratreiche Kost ein. Häufig handelt sich dabei um leere Energieträger wie Nudeln oder helles Brot, die wenig Eisen bereitstellen. Und Langstreckenläufer schädigen durch die wiederkehrende Schrittfolge die roten Blutkörperchen in der Fußsohle. Sie werden zerquetscht und frühzeitig abgebaut. Und intensives Training führt immer wieder zu kleinen, unbemerkten Mikroblutungen des Magen-Darm-Traktes. Hierdurch sind die Eisenverluste erhöht.
87. Kriegen Vegetarier und Veganer Eisenmangel?
Ja. Das Problem der pflanzlichen Eisenlieferanten ist die Bioverfügbarkeit. Bioverfügbarkeit beschreibt, wie gut Eisen aus einem Nahrungsmittel vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden kann. Und hier schneiden pflanzliche Eisenlieferanten durch die Bindung des Eisens an Phytate (Phytinsäure ist ein in Pflanzen natürlich vorkommender Stoff) und Tannine (natürlich vorkommende Gerbstoffe) leider besonders schlecht ab, während sogenanntes Häm-Eisen, also die Eisenverbindung im tierischen Blut, exzellent aufgenommen werden kann.
88. Darf man B12 und Folsäure direkt in die Eiseninfusion mischen?
Nein. Es kann zu chemischen Reaktionen wie Ausfällungen kommen. Wenn zwei Präparate nicht ausdrücklich vom Hersteller für eine Mischung freigegeben sind, darf man dies niemals tun. Bei Eiseninfusionen existiert so eine Freigabe nicht.
89. Warum steht auf meinem Laborzettel, dass ein Ferritin von 10 µg/l noch normal ist?
Weil ein Normwert über eine große Zahl von gesunden Menschen ermittelt wird. Und dazu zählen auch Personen, die normalerweise einen sehr niedrigen Ferritinspiegel aufweisen und keine Beschwerden haben (und somit den Normwert nach unten verändern). Symptome eines Eisenmangels können aber auch schon bei höheren Ferritinwerten auftreten. In Amerika ist der untere Grenzwert mit 40 µg/l schon viermal so hoch wie in Deutschland.
90. Gelten bei Kindern andere Ferritin-Zielwerte als bei Erwachsenen?
Die Ferritin-Zielwerte sind schon bei Erwachsenen häufiger Gegenstand der Diskussion. Bei Kindern besteht aufgrund des Wachstums ein erhöhter Eisenbedarf. Eisenmangel bei Kindern ist deshalb häufig. Gemeinhin strebt man bei sportlich aktiven Kindern ein Serumferritin von 50 µg/l an. Oft erreicht man dies durch eine Substitution mit Tabletten.

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91. Trotz Infusionen gehen meine Eisenwerte nicht hoch. Wie kann das sein?Hausarzt machen?
Das gibt es nicht. Dieser Eindruck entsteht fast immer durch folgenden Fehler in der Therapie: Auf Basis eines erniedrigten Ferritinwertes, bspw. 10 µg/l, wird eine zu geringe Eisenmenge, bspw. 100 mg i.v. verabreicht. Diese kann das Ferritin nur auf 20-25 µg/l anheben. Eine zu frühe Kontrolle des Ferritins 1 Woche nach der Infusion zeigt die typisch erhöhten Werte nach Infusion. Misst man dann Monate später ein zweites Mal, ist der Ferritinwert wieder auf 10 µg/l erniedrigt. Was muss man beachten? 1) Eisenmenge zur Behebung des Mangels korrekt berechnen. 2) Kontrollmessung erst 2 Monate nach letzter Infusion.
92. Wer darf auf keinen Fall Eiseninfusionen bekommen?
Menschen mit hohen Eisenwerten und insbesondere solche mit einer Eisenspeicherstörung wie einer Hämochromatose dürfen keine Eiseninfusionen erhalten.
93. Warum sind Eiseninjektionen „aus der Hand“ gefährlich?
Infusionen „aus der Hand“ werden über den Druck des Spritzenstempels „in der Hand“ gesteuert und dosiert. Die Geschwindigkeit ist deshalb wesentlich schwerer kontrollierbar als bei Eiseninfusionen, bei denen man gut über die Tropfgeschwindigkeit steuern kann. Noch gefährlicher ist es, wenn die Injektion „aus der Hand“ mit einer starren Nadel verabreicht wird. Das Risiko einer Verletzung der Vene, und somit der gefährlichen Verabreichung des Medikaments neben die Vene (Paravasat) mit Nebenwirkungen wir Gewebsuntergang (Nekrose) und Verfärbung, ist deutlich erhöht.
94. Was soll ich tun, wenn ich Nebenwirkungen nach einer Eiseninfusion habe?
Wenn bei der Infusion oder in der Nachwartezeit von 30 Min Symptome auftreten verständigen Sie das medizinische Personal. Es wird dann geprüft, ob es sich um leichte Nebenwirkungen oder die Vorläufer einer schweren Nebenwirkung handelt.
95. Wie kann ich meinen Körper unterstützen, das Eisen aus der Infusion optimal aufzunehmen?
Nein. Du musst nichts tun. Die Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt ist ja nicht mehr erforderlich, da das Eisen schon im Blutkreislauf ist. Was drin ist, ist drin.
96. Worüber muss mich ein Arzt vor Eiseninfusionen aufklären?
Der Arzt ist verpflichtet über typische und schwerwiegende Risiken, die mit einer Behandlung verbunden sind verständlich und mündlich aufzuklären. Dies hat er zu dokumentieren. Typische Nebenwirkungen bei etwa 10 % der Behandelten sind Schwindel oder Kopfschmerzen. Eine seltene, aber gravierende Komplikation, wäre eine allergische Reaktion, die im Promillebereich auftritt.
97. Warum erhalten Patienten mit Herzschwäche Eiseninfusionen?
Patienten mit Herzschwäche sind leistungsfähiger und müssen seltener ins Krankenhaus, wenn Ihre Ferritinwerte unabhängig von der Menge des roten Blutfarbstoffes auf Werte > 100 µg/l angehoben werden (oder Ferritin 100–299 ng/ml bei Transferrinsättigung < 20 %). Man führt dies auf die positiven Effekte des Eisens auf die Atmungskette auf zellulärer Ebene zurück. Die Effekte sind wissenschaftlich anerkannt und seit August 2021 in der Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zur Behandlung der Herzschwäche verankert.
98. Warum ist Vitamin C für Aufnahme von Eisentabletten wichtig, nicht aber bei Eisen-Infusionen?
Vitamin C reduziert dreiwertiges Eisen (Fe3+) in zweiwertiges Eisen (Fe2+), das von der Darmschleimhaut besser aufgenommen wird. Da Infusionen direkt ins Gefäßsystem verabreicht werden, wird hier die Speicherform des Eisens im Körper (Fe3+) verwendet.
99. Helfen Eiseninfusionen bei Migräne?
Ja, Eiseninfusionen können bei Migräne hilfreich sein, wenn ein relevanter Eisenmangel vorliegt. Die Studienlage ist jedoch noch begrenzt und nicht eindeutig. Kleiner Studien zeigten, dass
Frauen mit niedrigem Ferritinwert (<50 ng/ml) ein erhöhtes Risiko für Migräneattacken, besonders im Zusammenhang mit der Menstruation haben. Außerdem kann Eisenmangel zu verminderter Sauerstoffversorgung des Gehirns führen, was Migräneanfälle begünstigen kann. In der Praxis werden Eiseninfusionen bei Patientinnen mit menstrualer Migräne und Eisenmangel eingesetzt. Es gibt hier zahlreiche Berichte von positiven Wirkungen auf Häufigkeit und Intensität der Anfälle. Eine klare wissenschaftliche Evidenz steht weiterhin aus.
100. Wie sollte ich mich auf eine Eiseninfusion vorbereiten?
Es ist keine Vorbereitung erforderlich. Bei uns sitzt jeder Handgriff vom Check-in bis zum Ende der Behandlung. Nimm‘ Dir einfach Dein Lieblingsbuch mit.
101. Kann eine Eiseninfusion bei Angstzuständen helfen?
Ja, es gibt Hinweise darauf, dass Eiseninfusionen bei Angstzuständen helfen, aber die Datenlage ist noch nicht zufriedenstellend und nicht eindeutig. Klar ist: Eisen ist essenziell für die Synthese von Botenstoffen wie Serotonin und Dopamin, die für Stimmung und emotionale Stabilität wichtig sind. So folgert man, bisher ohne belastbaren Beweis, dass ein niedriger Ferritinwert mit psychischen Symptomen wie Angstzuständen, Depressionen, Reizbarkeit und
Konzentrationsstörungen zusammenhängen kann. Auch in unserer Sprechstunde und Internetforen berichten Patienten von einer Besserung ihrer Angstzustände nach Eiseninfusionen. Ob in Deinem Fall eine solche Infusion Sinn macht, muss ein sachkundiger Internist mit Dir besprechen.
102. Gibt es Langzeitstudien zur Sicherheit und Wirksamkeit von Eiseninfusionen?
Langzeitdaten zeigen eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit von Eiseninfusionen. Vor allem, wenn bewährte Präparate wie Eisen-Saccharose (Fermed) oder Eisencarboxymaltose (Ferinject) verwendet werden. Die Sicherheit hängt aber nicht nur vom gewählten Präparat, sondern auch der korrekten Anwendung ab. Eine Risiko-Nutzen-Abwägung muss immer individuell zwischen Arzt und Patient erfolgen.














